{"id":688,"date":"2020-08-05T13:21:37","date_gmt":"2020-08-05T13:21:37","guid":{"rendered":"http:\/\/nutheschlange.de\/?p=688"},"modified":"2021-03-24T07:09:46","modified_gmt":"2021-03-24T07:09:46","slug":"daniel-voelzke-redaktionsleiter-von-monopol-online-im-interview-mit-hans-bussert-architekt-baller-wird-neu-bewertet-nostalgische-millennials-finden-diese-bauten-interessant","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nutheschlange.de\/?p=688","title":{"rendered":"Daniel V\u00f6lzke, Redaktionsleiter von Monopol Online im Interview mit Hans Bussert Architekt Baller wird neu bewertet &#8222;Nostalgische Millennials finden diese Bauten interessant&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><a href=\"https:\/\/www.monopol-magazin.de\/architekt-hinrich-baller\">https:\/\/www.monopol-magazin.de\/architekt-hinrich-baller<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>AUSZUG: Gunnar Klack, der f\u00fcr uns eine Einf\u00fchrung in den Baller-Stil geschrieben hat, und Felix Burrichter vom &#8222;Pin-Up&#8220;-Magazin haben eine differenziertere Sicht: &#8222;Kreative aus anderen Bereichen, mit denen wir \u00fcber Baller gesprochen haben, wie die Filmemacherin Alexa Karolinski, die K\u00fcnstlerin Monica Bonvicini oder der Designer Dirk Sch\u00f6nberger, interessieren sich f\u00fcr seine Architektur, gerade weil sie so anders ist und eben nichts auf den g\u00e4ngigen Architekturdiskurs gibt. Und die Verlegerin Riccarda Messner, die die Ballers Zuhause besucht hat\u2026&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Solarpunk-\u00c4sthetik\u2014 utopischer Baumeister\u2014\u2014 Exzentrische Architektur : im Folgenden der ganze Artikel und der Link zum Interview<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinrich Baller ist in seiner Exzentrik ein Architekt, den viele Architekten nicht m\u00f6gen. Einige der markantesten Bauten von Berlin stammen von ihm: am Winterfeldtplatz etwa, bei den Hackeschen H\u00f6fen, am Preu\u00dfenpark, am Halensee oder in der Potsdamer Stra\u00dfe. Der anhaltenden Faszination mit der Solarpunk-\u00c4sthetik des heute 84-J\u00e4hrigen ist der Journalist und einstige&nbsp;<\/strong><a href=\"https:\/\/www.monopol-magazin.de\/kolumnen\/personal-shopper\">Monopol-Kolumnist<\/a><strong>&nbsp;Hans Bussert nachgegangen. In der j\u00fcngsten Ausgabe seines&nbsp;<\/strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/exlibris.berlin\/\" target=\"_blank\">E-Mail-Magazins&nbsp;&#8222;No News News&#8220;<\/a><strong>&nbsp;schw\u00e4rmen Baller-Bauten-Bewohner, Fans und K\u00fcnstlerinnen von dem utopistischen Baumeister<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hans Bussert, erinnern Sie sich an Ihre erste bewusste Begegnung mit einem Baller-Haus und welches Urteil Sie damals f\u00e4llten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hinrich Baller ist in seiner Exzentrik ein Architekt, den viele Architekten nicht m\u00f6gen. Einige der markantesten Bauten von Berlin stammen von ihm: am Winterfeldtplatz etwa, bei den Hackeschen H\u00f6fen, am Preu\u00dfenpark, am Halensee oder in der Potsdamer Stra\u00dfe. Der anhaltenden Faszination mit der Solarpunk-\u00c4sthetik des heute 84-J\u00e4hrigen ist der Journalist und einstige <a href=\"https:\/\/www.monopol-magazin.de\/kolumnen\/personal-shopper\">Monopol-Kolumnist<\/a>&nbsp;Hans Bussert nachgegangen. In der j\u00fcngsten Ausgabe seines <a href=\"https:\/\/exlibris.berlin\/\">E-Mail-Magazins&nbsp;&#8222;No News News&#8220;<\/a>&nbsp;schw\u00e4rmen Baller-Bauten-Bewohner, Fans und K\u00fcnstlerinnen von dem utopistischen Baumeister<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hans Bussert, erinnern Sie sich an Ihre erste bewusste Begegnung mit einem Baller-Haus und welches Urteil Sie damals f\u00e4llten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das m\u00fcssen die H\u00e4user am Berliner Fraenkelufer gewesen sein, die Hinrich und Inken Baller zwischen 1979 und 1985 gebaut haben: pastellige Fassaden, querstehende St\u00fctzen, konkav geschwungene und nach oben gebogene Balkone, spitzbogige Giebel. Als nostalgiegef\u00e4hrdeter Millennial findet man das nat\u00fcrlich interessant. Gerade auch weil dieser Stil erst einmal als &#8222;bad taste&#8220;&nbsp;wahrgenommen werden muss. Und ich selbst bin manchmal noch hin- und hergerissen. Unser \u00e4sthetisches Empfinden ist nun mal gepr\u00e4gt&nbsp;von &#8222;form&nbsp;follows-function&#8220; und allem, was als &#8222;klassisch&#8220;&nbsp;gilt. Das ist ein bisschen erm\u00fcdend.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Haben Sie&nbsp;also&nbsp;Baller&nbsp;zum Gegenstand Ihres Email-Magazins gew\u00e4hlt, um gegenzusteuern?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja. Aber das hatte auch ganz praktische Gr\u00fcnde:&nbsp;Ich wusste, dass der Fotograf Magnus Pettersson ziemlich gute Portr\u00e4ts von Hinrich Baller sowie Interioraufnahmen der Privatwohnung auf seiner Festplatte hatte. Diese Bilder waren die visuelle Grundlage dieser Ausgabe von &#8222;No News News&#8220; \u2013 neben der Modegeschichte, die wir auf dem Gel\u00e4nde der Spreewaldgrundschule fotografiert haben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum begeistern sich Ihre Autorinnen und Autoren, die aus verschiedensten Perspektiven auf Baller schauen, f\u00fcr diesen Mann?<\/strong>Tats\u00e4chlich ist Baller f\u00fcr die meisten Architekten immer noch ein No-Go. Zum Gl\u00fcck haben Gunnar Klack, der f\u00fcr uns eine Einf\u00fchrung in den Baller-Stil geschrieben hat, und Felix Burrichter vom &#8222;Pin-Up&#8220;-Magazin eine differenziertere Sicht. Kreative aus anderen Bereichen, mit denen wir \u00fcber Baller gesprochen haben, wie die Filmemacherin Alexa Karolinski, die K\u00fcnstlerin Monica Bonvicini oder der Designer Dirk Sch\u00f6nberger, interessieren sich f\u00fcr seine Architektur, gerade weil sie so anders ist und eben nichts auf den g\u00e4ngigen Architekturdiskurs gibt. Und die Verlegerin Riccarda Messner, die die Ballers Zuhause besucht hat, hat einen sehr pers\u00f6nlichen Zugang: Sie ist in einer Baller-Wohnung aufgewachsen und lebt auch jetzt wieder in einer.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Es gibt offenbar Anzeichen f\u00fcr eine Baller-Renaissance?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht. Zumindest meine Generation hat keine Ber\u00fchrungs\u00e4ngste mehr, was den Baller-Stil angeht. Au\u00dferdem wird die sehr organisch wirkende und sich teils mit ihrer gr\u00fcnen Umgebung verbindende Architektur der Ballers zunehmend auch im Solarpunk-Kontext rezipiert. Da geht es um nachhaltiges Bauen, h\u00e4ngende G\u00e4rten und interessanter Weise auch eine Art Neo-Art Noveau, von der ja auch die Baller-\u00c4sthetik gepr\u00e4gt ist. Man darf auch nicht vergessen, dass das B\u00fcro Baller immer versucht hat, das Maximum an Wohnfl\u00e4che und \u00fcberhaupt an Wohnkomfort gegen\u00fcber den Investoren durchzusetzen. Im Fokus stehen die Bewohner \u2013&nbsp;und die leben meistens sehr gerne in ihren Wohnungen. \u00dcbrigens auch in der Nutheschlange in Potsdam, wo ein Teil des H\u00e4userensembles wegen angeblicher Baum\u00e4ngel abgerissen werden soll. Da geht es dann um Urheberrecht und \u00e4hnliches. Ich vermute aber, dass dort eher wirtschaftliche denn \u00e4sthetische Fragen eine Rolle spielen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fcr welche Art Berlin oder Berlin-Sehnsucht steht Baller?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Architektur Hinrich Ballers und seiner Ex-Frau Inken sowie seiner aktuellen Frau Doris \u2013 Baller hat immer mit seinen Partnerinnen gebaut \u2013&nbsp;ist in erster Linie ein West-Berliner Ph\u00e4nomen. F\u00fcr die letzte in der BRD geborene Generation sind die H\u00e4user wohl ein Ausdruck jener sorglosen Postmoderne, die mit den 90ern zu Ende ging. Allerdings wird postmoderne Architektur, nach einem kurzen Revival, ja schon wieder sehr kritisch gesehen: zu selbstbezogen, zu ironisch so die Vorw\u00fcrfe. Ich muss leider gestehen, dass ich sie super finde.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kurz noch zu Ihrem Email-Magazin, das Sie nun zum dritten Mal verschickt haben: Was sind &#8222;No News News&#8220;&nbsp;und wen wollen Sie damit erreichen?&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit den &#8222;No News News&#8220;, die ich zusammen mit dem Art Direktor Enver Hadzijaj und der Redakteurin Josie Thaddeus-Johns mache, widmen wir uns bewusst nicht aktuellsten Themen. Stattdessen wollen wir neue Perspektiven auf Inhalte entwickeln, die sich auf den ersten Blick nicht aufdr\u00e4ngen: In der ersten Ausgabe haben wir uns unter dem Motto &#8222;The Not So Dark Ages&#8220;&nbsp;mit dem Mittelalter besch\u00e4ftigt. Nat\u00fcrlich bewegen wir uns dabei in einem pop-kulturellen Kontext \u2013 wie unsere Leser, die sich f\u00fcr Mode, Kunst und so weiter interessieren, aber eben auch \u00fcber die jeweiligen <em>trending topics<\/em> hinaus. Wir meinen, dass Relevanz nicht ausschlie\u00dflich durch Aktualit\u00e4t entsteht. Idealerweise schaffen es die &#8222;No News News&#8220;&nbsp;zu inspirieren, ohne zu \u00fcberfordern \u2013 wir wollen im besten Sinne &#8222;anxiety-free&#8220;&nbsp;sein.<br><\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n<div class='watch-action'><div class='watch-position align-right'><div class='action-like'><a class='lbg-style3 like-688 jlk' href='javascript:void(0)' data-task='like' data-post_id='688' data-nonce='390817d4e8' rel='nofollow'><img class='wti-pixel' src='https:\/\/nutheschlange.de\/wp-content\/plugins\/wti-like-post\/images\/pixel.gif' title='Mag ich' \/><span class='lc-688 lc'>0<\/span><\/a><\/div><\/div> <div class='status-688 status align-right'><\/div><\/div><div class='wti-clear'><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>https:\/\/www.monopol-magazin.de\/architekt-hinrich-baller AUSZUG: Gunnar Klack, der f\u00fcr uns eine Einf\u00fchrung in den Baller-Stil geschrieben hat, und Felix Burrichter vom &#8222;Pin-Up&#8220;-Magazin haben eine differenziertere Sicht: &#8222;Kreative aus anderen Bereichen, mit denen wir \u00fcber Baller gesprochen haben, wie die Filmemacherin Alexa Karolinski, die&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7,3,4,89],"tags":[187,188,21,189,23,190,110,130,171,178,179,180,181,182,183,184,185,186],"class_list":["post-688","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ueber-uns-initiative-nutheschlange","category-presseartikel","category-aktionen","category-dokumente","tag-solarpunk-aesthetik","tag-wohnkomfort","tag-nutheschlange","tag-oeko-architektur","tag-hinrich-baller","tag-no-news-news","tag-teilabriss","tag-initiative-nutheschlange","tag-klage","tag-architekt-baller","tag-daniel-voelzke","tag-monopol-online","tag-nostalgische-millennials","tag-gunna-klack","tag-felix-burrichter","tag-pin-up","tag-alexa-karolinski","tag-monica-bonvicini"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/nutheschlange.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/688","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/nutheschlange.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/nutheschlange.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nutheschlange.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nutheschlange.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=688"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/nutheschlange.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/688\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":731,"href":"https:\/\/nutheschlange.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/688\/revisions\/731"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/nutheschlange.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=688"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/nutheschlange.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=688"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/nutheschlange.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=688"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}